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Top 20 erstaunliche Fakten über Ibiza und Formentera

Von antiker Geschichte bis zu Naturwundern
Ibiza and Formentera interesting facts

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Ibiza und Formentera sind zwei wunderschöne Mittelmeerinseln voller faszinierender Natur, Geschichte und Kultur. Beide gehören zu den Balearen in Spanien, und jede von ihnen hat einzigartige Eigenschaften, die sie besonders machen. Unten findest du 20 erstaunliche Fakten über Ibiza und Formentera. Von Pinien und Eidechsen über antike Piraten bis hin zu magischen Sonnenuntergängen – diese spannenden Fakten zeigen die freundliche und bezaubernde Seite der Inseln. Egal, ob du eine entspannte Formentera-Tour planst oder von einer unvergesslichen Formentera-Katamaran-Tour träumst – diese Inseln haben viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermutet.

1. Ibiza und Formentera: Der Spitzname „Kieferninseln“

Die alten Griechen nannten Ibiza und Formentera die Pityusischen Inseln, was so viel wie „kiefernbewachsene Inseln“ bedeutet. Sie wählten diesen Namen, weil beide Inseln dicht mit Pinienwäldern bedeckt sind. Noch heute kannst du überall auf den Inseln grüne Pinienwälder sehen. Kein Wunder also, dass man sie auch heute noch die „Kieferninseln“ nennt!

2. Ibiza ist UNESCO-Welterbestätte für Natur und Kultur

Die UNESCO (eine weltweite Organisation zum Schutz des Kulturerbes) erklärte Teile Ibizas zum Welterbe, um sowohl die Natur als auch die Kultur der Insel zu schützen. Diese Auszeichnung trägt den Namen „Ibiza, Biodiversität und Kultur“ und würdigt die historischen Stätten und Naturschätze der Insel. Dazu gehören mehrere Orte auf Ibiza, wie die befestigte Altstadt Dalt Vila, eine antike phönizische Siedlung in Sa Caleta, eine prähistorische Nekropole bei Puig des Molins sowie die Unterwasser-Seegraswiesen rund um die Insel. All diese besonderen Orte stehen unter Schutz, damit sie als Teil unseres gemeinsamen Welterbes erhalten bleiben.

3. Unterwasser-Seegraswiesen sind über 100.000 Jahre alt

Unter dem blauen Wasser zwischen Ibiza und Formentera liegen riesige Felder der Posidonia oceanica, auch Neptungras genannt. Dieses Seegras ist etwas ganz Besonderes. Wissenschaftler entdeckten eine Wiese, die sich über acht Kilometer erstreckt und über 100.000 Jahre alt ist! Damit gilt sie als einer der größten und ältesten lebenden Organismen der Erde. Diese uralten Seegraswiesen sind Teil des UNESCO-Welterbes und sorgen dafür, dass das Meer rund um die Inseln kristallklar und voller Leben bleibt.

4. Freundliche Eidechsen gibt es nur hier

Ibiza und Formentera haben sogar ihre eigene Eidechsenart: die Ibiza-Mauereidechse (Podarcis pityusensis). Du kannst diese kleinen Reptilien überall sehen – beim Sonnenbaden auf Steinen oder beim schnellen Huschen über Mauern. Sie kommen in Farben von leuchtendem Türkisgrün bis Braun vor. Diese Eidechse gibt es nirgendwo sonst auf der Welt – sie ist endemisch auf den „Kieferninseln“. Die Tiere sind harmlos und oft neugierig. Auf Formentera klettern sie dir manchmal sogar auf den Fuß, wenn du ihnen ein kleines Krümelchen anbietest. Halte Ausschau nach diesen kleinen Maskottchen der Inseln.

Ibiza and Formentera top facts

5. Ibiza beherbergt den größten Nachtclub der Welt

Einer der bekanntesten Ruhmespunkte Ibizas ist sein legendäres Nachtleben. Die Insel ist Heimat des Privilege Ibiza, des größten Clubs der Welt, der Platz für rund 10.000 Menschen bietet! Der Hauptsaal ist so groß wie ein Flugzeughangar und verfügt sogar über einen Swimmingpool im Inneren. 1987 drehten die Musikstars Freddie Mercury und Montserrat Caballé hier ein Musikvideo (damals hieß der Club noch Ku). Die riesigen Clubs Ibizas sind weltweit berühmt – und eindeutig für Erwachsene gedacht. Trotzdem ist es erstaunlich, dass sich der größte Partyort der Welt auf einer so kleinen Insel befindet.

6. Ibizas Bootspartys und Sonnenuntergänge sind legendär

Ibiza ist weltweit als Partyinsel bekannt. Eine ganz besondere Art zu feiern sind die Bootspartys auf dem Meer, oft als „boat party Ibiza“ bekannt. Gäste gehen an Bord eines Bootes mit DJs und Musik und feiern auf dem Mittelmeer. Viele dieser Partys sind so geplant, dass sie zum Sonnenuntergang stattfinden – stell dir vor, du tanzt, während die Sonne langsam im Meer versinkt! Eine sogenannte „sunset boat party Ibiza“ verbindet Musik, Tanz und spektakuläre Farben am Himmel. Es ist sogar Tradition auf Ibiza, den Sonnenuntergang mit Applaus zu feiern.

Formentera ist dagegen viel ruhiger. Hier versammeln sich Menschen an Orten wie dem Leuchtturm Cap de Barbaria, um den Sonnenuntergang in aller Stille zu genießen. Viele sagen, dieser friedliche Moment sei genauso magisch wie jede Party.

7. Ibiza ist kleiner als eine Großstadt (fühlt sich aber größer an)

Ibiza steckt voller Wunder auf relativ kleiner Fläche. Die Insel ist etwa 571 Quadratkilometer groß. Das ist nur ungefähr ein Sechstel der Größe von Mallorca. Zum Vergleich: Ibiza ist etwa zehnmal so groß wie Manhattan in New York! Viele sind überrascht, wie klein Ibiza auf der Landkarte aussieht. Doch mit ihren Hügeln, zahlreichen Stränden und Dörfern fühlt sich die Insel beim Erkunden deutlich größer an. Formentera ist sogar noch kleiner, was beide Inseln besonders überschaubar und leicht zu entdecken macht – ideal für eine entspannte Formentera-Tour.

8. Formentera hat keinen Flughafen – nur eine kurze Fährfahrt entfernt

Im Gegensatz zu den meisten Urlaubszielen besitzt Formentera überhaupt keinen Flughafen. Die kleine Insel ist nur etwa 83 Quadratkilometer groß. Man erreicht sie ausschließlich per Boot. Zum Glück liegt Ibiza ganz in der Nähe. Die Entfernung zwischen Ibiza und Formentera beträgt nur rund 19 Kilometer über das Meer. Regelmäßige Fähren bringen Besucher in etwa 30 Minuten nach Formentera. Das Fehlen eines Flughafens trägt dazu bei, dass die Insel ruhig und weniger überlaufen bleibt.

Formentera ist etwa 20 Kilometer lang und größtenteils flach. Der höchste Punkt ist La Mola (ca. 193 Meter hoch) mit beeindruckenden Klippen. Die meisten Besucher kommen im Hafen von La Savina an und erkunden die Insel anschließend mit dem Fahrrad, Roller oder Auto – oder bei einer entspannten Formentera-Katamaran-Tour entlang der Küste.

9. Salzgewinnung seit Jahrtausenden

Sowohl Ibiza als auch Formentera haben eine sehr „salzige“ Geschichte. Die Salzfelder im Süden Ibizas, bekannt als Ses Salines, produzieren seit über 2.700 Jahren Salz – schon seit der Zeit der Phönizier! Früher war Salz extrem wertvoll, da es zur Konservierung von Lebensmitteln diente. Diese Salinen waren damals wie weißes Gold. Wenn du nach Ibiza fliegst, kannst du die schimmernden Salzbecken oft aus der Luft sehen. Heute gehören die Salinen zu einem Naturpark und produzieren jeden Sommer weiterhin Salz. Auch Formentera hatte eine Salzindustrie. Die wichtigste Salzlagune, Estany Pudent, lieferte bis 1985 Salz, bevor die Produktion eingestellt wurde. Heute kannst du dort alte Salzmarschen besuchen und Vögel wie Reiher und Flamingos beobachten. Ibiza-Meersalz ist zudem ein beliebtes Souvenir.

10. Die Phönizier gründeten Ibiza im Jahr 654 v. Chr.

Menschen leben auf Ibiza und Formentera seit Tausenden von Jahren, doch besonders Ibiza hat eine sehr lange Stadtgeschichte. Phönizische Siedler gründeten die Stadt Ibiza im Jahr 654 v. Chr. und nannten sie Ibossim. Sie wählten den Ort als Handelsstützpunkt und weihten ihn dem ägyptischen Gott Bes – dem Gott der Musik und des Tanzes (ein sehr passender Schutzpatron für Ibiza!). Später übernahmen die Karthager, dann die Römer, Mauren und andere Kulturen die Kontrolle. Ibizas Geschichte ist ein faszinierender Mix vieler Einflüsse.

Interessanterweise gibt es keine Beweise dafür, dass die Phönizier jemals auf dem kleinen Formentera siedelten, obwohl die Insel so nah liegt. Vermutlich bevorzugten sie Ibiza wegen der besseren Häfen und Ressourcen.

In den Museen und archäologischen Stätten Ibizas kannst du heute viele Artefakte aus dieser Zeit sehen, zum Beispiel in der Nekropole Puig des Molins oder in Sa Caleta, den Ruinen des ersten phönizischen Dorfes auf Ibiza. Beide Stätten stehen heute unter UNESCO-Schutz.

11. Ibiza trägt den Spitznamen „Weiße Insel“ – und ist extrem sonnig

Die traditionellen Häuser und Kirchen Ibizas sind oft strahlend weiß gekalkt. In Kombination mit dem intensiven Sonnenlicht brachte das der Insel den Spitznamen „Isla Blanca“ (Weiße Insel) ein. Früher half der Kalk nicht nur, die Häuser kühl zu halten, sondern auch, Insekten fernzuhalten.

Ibiza ist außerdem für sein sonniges Klima bekannt: Rund 300 Sonnentage pro Jahr und durchschnittlich nur etwa 40 Regentage machen die Insel besonders attraktiv. Im Sommer steigen die Temperaturen oft auf über 30 °C, während die Winter mild bleiben. Dieses hervorragende Wetter sorgt dafür, dass Ibiza und Formentera eine lange Badesaison und das ganze Jahr über zahlreiche Outdoor-Aktivitäten bieten. Vergiss also nicht deine Sonnencreme, wenn du die Inseln besuchst!

Ibiza and Formentera top facts

12. Ibiza hat den einzigen Fluss der Balearen

Man würde auf einer kleinen Insel keinen richtigen Fluss erwarten – und tatsächlich besitzt Ibiza als einzige Insel der Balearen einen echten Fluss. Der Riu de Santa Eulària auf Ibiza ist der einzige wirkliche Fluss auf allen Balearen! Er ist so einzigartig, dass die Einheimischen sogar eine Stadt nach ihm benannt haben: Santa Eulària des Riu (was „Heilige Eulalia vom Fluss“ bedeutet). Früher war dieser Fluss eine wichtige Wasserquelle für die Landwirtschaft und trieb sogar Getreidemühlen an.

Heute jedoch ist der Fluss größtenteils trocken. Er führt nur saisonal Wasser und schrumpft manchmal zu einem kleinen Bach oder zu einer Reihe von Tümpeln. In Can Planetes in Santa Eulària gibt es ein Informationszentrum, in dem man mehr über die Geschichte des Flusses erfahren kann. Es ist schon bemerkenswert, dass unter all den Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera nur Ibiza einen echten Fluss besitzt. Er mag klein sein – aber er ist der einzige weit und breit!

13. Die Einheimischen sprechen eine einzigartige Sprache namens Eivissenc

Spanisch (Kastilisch) ist zwar die Amtssprache Spaniens, doch Ibiza und Formentera haben ihr eigenes sprachliches Erbe. Die traditionelle Sprache hier ist Katalanisch, gesprochen in einem besonderen Inseldialekt namens Eivissenc (auf Ibiza) und Formenterenc (auf Formentera). Zum Beispiel heißt Ibiza auf Katalanisch Eivissa, während der Name Formentera fast identisch mit dem spanischen ist. Du wirst Straßenschilder in beiden Sprachen sehen und hören, wie Einheimische Wörter und einen Akzent verwenden, der sich leicht vom Festlandkatalanisch unterscheidet. Die Sprache klingt melodisch und freundlich.

Aber keine Sorge: Die meisten Menschen auf Ibiza und Formentera sind zwei- oder sogar dreisprachig und sprechen neben Katalanisch auch Spanisch und Englisch. Die Inseln verfügen zudem über eine reiche Folklore, darunter traditionelle Volkstänze wie der Ball Pagès sowie Feste, bei denen historische Trachten getragen werden. Sprache und Bräuche sind ein wichtiger Teil der Identität der Inseln – selbst während sie Besucher aus aller Welt willkommen heißen.

14. Piraten bedrohten einst die Inseln (und hinterließen ihre Spuren!)

Vor Jahrhunderten mussten sich Ibiza und Formentera mit echten Piraten auseinandersetzen – nicht mit der lustigen Sorte wie Jack Sparrow, sondern mit osmanischen und berberischen Korsaren, die das Mittelmeer unsicher machten. Im 16. Jahrhundert errichtete Ibiza ein Netzwerk aus Küstenwachtürmen, um Piratenangriffe frühzeitig zu erkennen und die Insel zu verteidigen.

Viele dieser steinernen Türme stehen noch heute entlang der Küste (zu einigen kann man sogar wandern). Sie waren mit Kanonen ausgestattet, und die Wächter nutzten Rauchzeichen am Tag oder Feuer bei Nacht, um vor nahenden Piratenschiffen zu warnen. Für die Bevölkerung dienten diese Türme im Ernstfall auch als Zufluchtsorte.

Formentera, kleiner und unbefestigt, litt noch stärker unter den Piratenüberfällen. Tatsächlich wurde die Insel fast 200 Jahre lang nahezu vollständig verlassen, weil die Angriffe so häufig waren. Nach dem Mittelalter lebten bis zum späten 17. Jahrhundert nur sehr wenige Menschen auf Formentera, erst dann kehrten Siedler dauerhaft zurück.

Heute ist die Zeit der Piraten längst vorbei, doch sie hat spannende Legenden und historische Orte hinterlassen. Vielleicht hörst du sogar Geschichten über die Höhle Sa Cova des Fum auf Formentera, wo ein Wikingerprinz (Sigurd von Norwegen) im Jahr 1108 angeblich versteckte Piraten ausräucherte. Ob Mythos oder Wahrheit – solche Erzählungen verleihen der Geschichte der Inseln ein Gefühl von Abenteuer.

15. Die 1960er brachten Hippies, Musik und berühmte Rockstars

Ibiza und Formentera stehen nicht nur für Clubs und Partys – in den 1960er- und 1970er-Jahren waren sie Zufluchtsorte für Hippies und Künstler auf der Suche nach einem friedlichen Leben. Die Hippiebewegung fasste auf den Inseln Fuß, als junge Menschen aus aller Welt kamen, um die Natur und die freie Atmosphäre zu genießen. Sie gründeten offene Kunsthandwerksmärkte (wie den bis heute beliebten Markt Las Dalias auf Ibiza) und trafen sich zu Trommelkreisen bei Sonnenuntergang. Besonders Formentera wurde in dieser Zeit zu einem ruhigen Hippie-Rückzugsort.

Auch berühmte Musiker fanden auf den Inseln Inspiration. Legenden wie Bob Dylan und Mitglieder von Pink Floyd verbrachten Ende der 1960er-Jahre längere Zeit auf Formentera. Bob Dylan soll zeitweise in einer alten Windmühle bei La Mola gelebt haben, um Ruhe zu finden. Pink Floyd schrieb Teile des Soundtracks zum Film More auf der Insel. Das Lebensgefühl von „Make Love, Not War“ zog viele weitere Künstler und Schriftsteller nach Ibiza und Formentera.

Bis heute ist dieses Hippie-Erbe spürbar. Es gibt bunte Kunstmärkte, Yoga-Retreats und eine generell entspannte Lebensart, besonders in bestimmten Strandregionen. Jeden Sonntag treffen sich zum Beispiel am Strand Benirrás auf Ibiza Menschen, um bei Sonnenuntergang gemeinsam Trommeln zu spielen – eine Tradition aus der Hippiezeit. Das erinnert daran, dass Ibiza und Formentera seit jeher Orte kreativer Freiheit und Gemeinschaft sind.

16. Formentera bietet einige der besten Strände der Welt

Trotz ihrer geringen Größe ist Formentera weltberühmt für ihre traumhaften Strände. Der Sand ist puderweiß, und das Meer schimmert unglaublich klar und türkis – auch dank der Posidonia-Seegraswiesen, die das Wasser natürlich filtern.

Der Strand Ses Illetes auf Formentera zählt regelmäßig zu den besten Stränden der Welt. Er wirkt wie ein tropisches Paradies, liegt aber mitten im Mittelmeer! Viele Reiseführer bezeichnen Ses Illetes sogar als einen der schönsten Strände überhaupt. Der Strand liegt in einem geschützten Naturpark mit Dünen und flachem Wasser, ideal für Kinder. Bei Ebbe kann man sogar zur kleinen Insel Espalmador hinüberwaten oder schwimmen.

Auch Ibiza hat wunderschöne Strände, von der langen Playa d’en Bossa bis zu versteckten Buchten wie Cala Saladeta. Doch die Küsten Formenteras haben einen ganz besonderen, unberührten Charme – ohne große Hotelbauten. Viele Besucher unternehmen einen Tagesausflug von Ibiza, um die Strände Formenteras zu genießen, andere bleiben länger, um auf einer Insel zu entspannen, die sich wie ein Stück Karibik im Mittelmeer anfühlt. Vergiss nicht Schnorchel und Maske einzupacken – die Gewässer rund um beide Inseln sind voller Fische!

Ibiza and Formentera top facts

17. Rosafarbene Flamingos besuchen die Salzfelder Ibizas

Wenn du Tiere liebst, wirst du das mögen: Teile von Ibiza und Formentera sind saisonal Heimat für Flamingos! Der Naturpark Ses Salines (der den Süden Ibizas, das dazwischenliegende Meer und den Norden Formenteras umfasst) bietet Feuchtgebiete und Salzbecken, die viele Wasservögel anziehen. In den letzten Jahren wurden in den Salzfeldern Ibizas über tausend Flamingos gezählt – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1988.

Diese hochgewachsenen, rosafarbenen Vögel sind keine Dauergäste, sondern Zugvögel. Viele machen im Frühling und Herbst Halt, um sich von Salinenkrebsen und Algen in den salzigen Lagunen zu ernähren. Ihre rosa Farbe verdanken Flamingos genau diesen kleinen Krebsen. In der Nebensaison kannst du ganze Schwärme in den flachen Salzseen beobachten.

Im Spätsommer und Herbst verdunstet das Wasser in den Becken, das sich dabei sogar rötlich färbt – die beste Zeit für Flamingo-Sichtungen! Neben Flamingos freuen sich Vogelbeobachter auch über Reiher, Stelzenläufer und Kormorane in diesen geschützten Gebieten. Ibiza und Formentera sind also nicht nur Strandparadiese, sondern auch ein kleines Paradies für Vogelwelt.

18. Es Vedrà – die geheimnisvolle magnetische Insel

Vor der Südwestküste Ibizas erhebt sich eine beeindruckende Felseninsel namens Es Vedrà. Diese unbewohnte Kalksteininsel (etwa 400 Meter hoch) ist Quelle zahlreicher Mythen und Legenden. Eine der bekanntesten Geschichten besagt, Es Vedrà sei der drittstärkste magnetische Ort der Erde – nach dem Nordpol und dem Bermudadreieck – und bringe Kompasse durcheinander. Wissenschaftlich ist das zwar nicht belegt, doch es zeigt, wie mystisch dieser Ort wirkt.

Der griechischen Mythologie zufolge war Es Vedrà die Heimat der Sirenen aus Homers Odyssee, die Seefahrer mit ihrem Gesang verführten. Einheimische verbinden die Insel außerdem mit der karthagischen Göttin Tanit, und einige Fischer berichten sogar von UFO-Sichtungen und geheimnisvollen Lichtern. Auch in der Popkultur tauchte Es Vedrà auf: In dem Filmklassiker South Pacific (1958) diente die Insel als Vorlage für die mystische Insel „Bali Hai“.

Von Ibizas Küste aus lässt sich Es Vedrà leicht sehen – besonders die Sonnenuntergänge dahinter sind spektakulär. Auch Bootsausflüge rund um den Felsen sind beliebt. Viele Besucher berichten von einer besonderen Energie, die sie beim Anblick dieser markanten Insel spüren. Ob wahr oder nicht: Die Legenden um Es Vedrà verleihen Ibizas Landschaft eine zusätzliche Portion Magie.

19. Formenteras Leuchtturm inspirierte Jules Verne

Ein literarischer Fun Fact: Der berühmte französische Schriftsteller Jules Verne (bekannt für 20.000 Meilen unter dem Meer und In 80 Tagen um die Welt) schrieb 1877 einen Science-Fiction-Roman mit dem Titel Off on a Comet. In dieser Geschichte wählte er Formentera als Schauplatz und beschrieb die Insel als „Ende der Welt“.

Die abgeschiedene Atmosphäre Formenteras und der Leuchtturm La Mola inspirierten offensichtlich seine Fantasie. Interessanterweise besuchte Jules Verne Formentera nie selbst – vermutlich hörte er Geschichten über die Einsamkeit und die dramatische Landschaft und ließ seiner Vorstellungskraft freien Lauf.

Heute findest du bei La Mola eine Gedenktafel zu Ehren von Jules Verne in der Nähe des Leuchtturms. Sie bedankt sich dafür, dass er die Insel literarisch verewigt hat. Wenn du dort stehst, mit Wind und Wellen tief unter dir, kannst du gut nachvollziehen, warum dieser Ort einen Schriftsteller inspirieren konnte. Es fühlt sich tatsächlich an wie ein Leuchtturm am Ende der Welt – eine besondere Verbindung zwischen realer Geografie und literarischer Legende.

20. Keine giftigen Schlangen auf Ibiza oder Formentera

Kaum zu glauben, aber historisch gesehen gab es auf diesen Inseln keinerlei einheimische giftige Tiere – keine Giftschlangen, Skorpione oder tödlichen Spinnen. Für die Menschen der Antike war das erstaunlich. Die Karthager (und Phönizier), die sich auf Ibiza niederließen, sahen das Fehlen von Schlangen als Zeichen göttlichen Schutzes. Sie verbanden es mit ihrem Gott Bes, dem Schutzpatron Ibizas, dem man nachsagte, er könne Schlangen und das Böse fernhalten. So entstand die Legende von Ibiza als „Insel der Götter“. Auch Formentera galt als frei von giftigen Kreaturen – ideal für barfußes Leben!

Erst in den letzten etwa 20 Jahren gelangten vereinzelt Schlangen nach Ibiza, vermutlich eingeschleppt mit importierten Pflanzen. Das sorgte für Sorge um die heimische Tierwelt. Dennoch wirst du auf Ibiza und Formentera nicht die gefährlichen Reptilien finden, die in anderen Mittelmeerregionen vorkommen. Für viele Einheimische waren die Inseln schon immer ein natürliches Paradies – frei von solchen Bedrohungen und voller mystischer Ausstrahlung.

Fazit

Ibiza und Formentera mögen klein sein, doch sie stecken voller Überraschungen. Von uralter Geschichte über einzigartige Ökosysteme bis hin zu lebendiger Kultur bieten diese Schwesterinseln unendlich viel zu entdecken.

Ob dich Piratentürme faszinieren oder rosafarbene Flamingos begeistern – diese Fakten lassen dich staunen. Und natürlich sind die Inseln auch für ihre Lebensfreude bekannt: von Ibizas lebhaften Bootspartys bis zu den ruhigen, paradiesischen Stränden Formenteras ist für jeden etwas dabei.

Wenn du also das nächste Mal an Ibiza und Formentera denkst, erinnere dich daran, dass sie weit mehr sind als nur Partyorte auf der Landkarte. Sie sind Orte voller Naturwunder und faszinierender Geschichten – wahre Schätze des Mittelmeers.